kritisches zum thema e-voting

einige aktuelle, kritische berichte zum thema e-voting

aufruf gegen eine schleichende einführung von internetwahlen

hier warnen eine reihe namhafter US e-voting experten und wissenschaftler vor “der schleichenden Einführung von Internet-Wahlsystemen in ‘Pilotprojekten'”:

Als “Herausforderungen” nennen die Unterzeichner explizit das Problem der verifizierbaren Korrektheit [..] sowie die Entwicklung hinreichend starker Schutzmechanismen gegen Stimmenmanipulationen durch Insider. Darüber hinaus führen sie die Schwierigkeit an, die Ergebnisse zuverlässig anhand unveränderbarer und vom Wähler bestätigter Belege ebenso wirksam wie mit traditionellen Papierstimmzetteln und unter Wahrung des Wahlgeheimnisses nachprüfen zu können. “Eine solche Überprüfbarkeit herzustellen – papierlos und mit einem geheimen Stimmzettel, der über das Internet übertragen wird – ist ein ungelöstes Problem“.

hier der vollständige heise bericht

yet another e-voting machine hack

wie slashdot berichtet, kam es wieder zu einem hack von wahlmaschinen. dieses mal nicht diebold, sondern wurden sequoia-wahlmaschinen von einer universitären arbeitsgruppe aus den usa gehackt. der hack zeigt auch, wie leicht es nicht ist, durch eine manipulation der software – trotz verwendung von papierbelegen, sogenannten paper audit trails, das stimmergebnis zu verändern. hier die videos, in zwei teilen:

nachtrag zur EVOTE08

hier nun einige artikel zur EVOTE08 konferenz in bregenz, die von 6. bis 9. 8. 2008 statt gefunden hat und an der ich ebenfalls teilgenommen habe.

e-voting readiness index

robert krimmer stellte auf der EVOTE08 den sogenannten “E-Voting Readiness Index” vor (bericht in der futurezone), der auskunft über die infrastruktur von ländern in hinblick auf e-voting gibg. österreich schneidet bei diesem index – wie zu erwarten – relativ gut ab.

im passenden heise artikel durfte ich mich auch mal verewigen (leider nicht namentlich), denn es wurde eine frage von mir festgehalten, und zwar meine kritik an diesem index – die wissenschaftlichkeit.

programmierwettbewerb für internetwahlsysteme

hier ein bericht zum wettbewerb mehrerer internetwahlsysteme, bei dem ich in der jury mitgearbeitet habe. die drei finalisten hatten die gelegenheit sich vor der EVOTE08 konferenz einer kompetition zu stellen und wurden am ende der konferenz ausgezeichnet.

kritiker, kontrollverlust, transparenz

in einem artikel in der c’t Transparenz, Vertrauen und Kontrolle – Die Einwände der E-Voting-Kritiker zeigen Wirkung berichtet richard sietmannvon der EVOTE08, dem aktuellen stand zum thema e-voting europa- (schweiz, GB, niederlande, estland, rumänien) wie auch österreichweit (im bezug auf die ÖH wahlen).

Jordi Barrat, dessen vortrag auf der EVOTE08 echt herausfordernd ;) war, meinte hier:

„Die Papierstimmzettel in den Wahllokalen sind eine recht simple Technik, aber juristisch gesehen eine sehr ausgefeilte Lösung“ [..]. Jeder Bürger kann der Stimmabgabe und Auszählung beiwohnen und so Teil des Auditprozesses werden. „Ich glaube, dass E-Voting-Systeme niemals diese Art der Transparenz erreichen werden“

papierstimmzettel sind nach wie vor ungeschlagen in einfachheit und tranparenz. oft stellt sich somit die frage, wozu man überhaupt ein neues system mit einer reihe von kompromissen einführen soll, wenn sich das alte bewährt.