die bürgerkarte – der versuch einer verwendung

ich gab mir einen schubs und versuchte nochmals das elektronische zustellportal zustellung.gv.at, bevor es durch meinbrief.at abgelöst wird. selbst bin ich ein großer fan von online-anwendungen, wie email, suchen/recherchieren (wie lange wäre ich wohl an der diss gesessen ohne internet-zugang zu IEEE, ACM und co!?), online-banking, online-shopping, chatten und diverse socialsoftware-applikationen. je mehr dinge man online, oder noch besser: unterwegs, da online, erledigen kann, desto besser!

die “bürgerkarten-umgebung“, also die software, die man installieren muss um die chipkarte benutzen zu können, hatte ich bereits wegen meiner ersten gehversuche mit e-government bei meiner diplomarbeit schon auf meinem pc installiert (trustDesk basic von ITSolution). kartenlesegerät ist angesteckt, die bürgerkarte eingesteckt, also kann ja nichts schiefgehen – dachte ich. hier mein weg in screenshots (zum vergrößern klicken):

.

die software läd… es überprüft ein “Autodeployment”, was das auch immer sein soll

…schon kommt die erste aufforderung. ok, ich installiere ein sogenanntes wurzelzertifikat! was das genau ist, weiß doch natürlich jeder volkschüler, oder? ..

…schon gibts die ersten zicken. irgendwas stimmt nicht. drücken wir sicherheitshalber mal “Ja”. man will ja nicht so negativ klingen …

… na geht doch. es wird konfiguriert! die “automatische konfiguration” wird mir sicher weiter helfen, für einen “expertenmodus” kenn ich mich ja sicher nicht gut genug aus …

… der kartenleser ist angesteckt und wird auch bei der “automatischen konfiguration” erkannt ..

..es wird konfiguriert. jetzt kommt die bestätigung. soll ich das akzeptieren? ja, klar doch!

da die software wohl etwas älter ist, werde ich mir ein update nicht entgehen lassen. also schnell auch das mal akzeptieren und installieren. natürlich nur mit admin-rechten…

.. es wird fröhlich installiert. geht auch recht flott…

.. die installation ist fertig. juhu! …

.. die neu installierte software läd …

… irgendwas stimmt schon wieder nicht. “regeln der sicherheitsverwaltung”? was soll das sein? sagen wir mal “Ja”, obwohl ich mir jetzt echt nicht sicher bin, was hier gemeint ist …

.. aber jetzt gehts endlich und ein lästiges hilfe-popup erscheint. schnell mal weggeklickt …

… und firefox mit “http://www.zustellung.gv.at” geöffnet. schon wieder ein fehler!! “dem zertifikat wird nicht vertraut“?? wem soll ich denn im internet vertrauen können, wenn nicht den tollen gv.at-domains?

ok, also zertifikat im firefox als ausnahme hinzufügen… wieder ein klick und die “sicherheits-ausnahmeregel” wird bestätigt..

.. noch eine sicherheitsfehlermelgung vom firefox. diese finde ich jetzt aber gar nicht gut: trotz zertifikaten ohne ende und verschlüsselung werden jetzt daten unverschlüsselt geschickt! ich nehme aber an, dass die seite ohne diesen datentransfer nicht gehen wird, also klicke ich mit mulmigem gefühlt mal auf “Fortsetzen” ..

aber jetzt ENDLICH nach 13 klicks kommt das erwartete pop-up, das mich auffordert, mich zu authentifizieren. kurz gegrübelt, dann den PIN eingegeben…

.. irgendetwas stimmt nicht. “das verwendete zertifikat ist ungültig” … hmm. tja, dumm gelaufen. woran der fehler genau liegt und wie man ihn eventuell beheben könnte, steht hier nirgendwo.

auf verdacht hin öffne ich einfach die seite “http://www.zustellung.gv.at” mit IE 7. viele entwickler – so kenne ich das zumindest – bekommen die vorgaben, dass die applikation nur von IE unterstützt werden soll. da wurzeln  sicher auch die “dem zertifikat wird nicht vertraut”-meldungen von firefox, weil ein derartiges verhalten bei der entwicklung doch längst aufgefallen und behoben wäre, hätten die entwickler mit firefox gearbeitet.

also öffne ich die seite und bekomme folgendes unerwartet interessantes bild:

… mit werbung von sony vaio (da ich auf einem vaio arbeite)!

noch ein letzter versuch: ich geh auf die seite des bürgerkarten vertriebs a-trust – und hier das gleiche trauerspiel mit den zertifikaten:

.

so das wars, dann eben nicht. wenn man so viel geduld mitbringen muss, reichts mir jetzt schon. wie sollte ich so einen ablauf mit den karten personen erklären, die computer nicht täglich benutzen? einfach immer “Ja” klicken ist auch nicht unbedingt die beste lösung…

wo ist das gute alte login geblieben? ;)

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10 Responses to die bürgerkarte – der versuch einer verwendung

  1. Pingback: Endlich eine Killerapplikation für die Bürgerkarte? « papierwahl.at

  2. cyberkov says:

    Hallo :)

    Das Stammzertifikat dient dazu die von diesem unterschriebenen Serverzertifikate auf Ihre Gültigkeit zu verifizieren. Da die A-Trust offensichtlich nicht das Geld in die Hand genommen hat um eine Integration in Firefox und IE zu bekommen muss man dieses nachinstallieren (was bei der Installation für IE bereits passiert).

    Für Firefox gibt es ein feines Addon um die Zertifikate inklusive der Bürgerkartenunterstützung nachzurüsten. Dieses findest du unter http://www.a-trust.at/xpi/atrusttools/info.asp?lang=GE&ch=1

    Viel Erfolg :)
    cyberkov

  3. Stefan says:

    Seas. Ich hab die BKU auch drauf und das hat eigentlich, bis auf ein Problem, das dokumentiert war, super funktioniert…Und ich hab auch zustellung.gv.at verwendet. Und Behördenwege gemacht (Ansuchen f.Förderung, MA-Brief wegen Ersatzpflanzung) und ein Konto eröffnet.

    Welches Problem das war, kann ich mich nicht mehr erinnern, eine Neusinstallation war damals WIMRE die Lösung.

    liGrüSte

  4. electrobabe says:

    danke für die tipps. ich werd bei gelegenheit mal ein reinstall versuchen. die probleme mit der authentizität der zertifikate im firefox ist aber schon eine ziemlich peinliche sache ;)

  5. Stefan says:

    Hat schon mal wer unter Vista mit den Zertifikaten gearbeitet? Da werden unvollständige Zertifikate im MSIE ebenfalls anders installiert als noch unter XP.
    Wir hatten deswegen mit der e-card auch Probleme…
    Bis später :)

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