arbeit, die auch spaß macht

in den letzen tagen war ich mit papierwahl.at ziemlich beschäftigt. viele postings sind von mir geschrieben worden, erklärende fixe pages (wie z.b. was ist e-voting?) sind entstanden und langsam nimmt die seite auch die form an, die ich mir in etwa vorgestellt habe. update: ein neuer header ist auch da

derzeit tut sich vor allem auf dem gebiet der wahlcomputer wahnsinnig viel in den USA (wegen dem showdown zu den präsidentschaftswahlen) und in deutschland (wegen des wahleinspruchs). ich bin mir auch sicher, dass es weiterhin immer wieder horrormeldungen geben wird… interessant, dass e-voting trotz all dieser niederlagen weiterhin vehement vorangetrieben wird…

da ich meine e-voting-postings weitgehend auf papierwahl.at beschränken werde, bitte ich natürlich jeden treuen leser auch um die abonnierung von papierwahl.at, am besten über RSS feed

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vielen dank für das tolle, zahlreiche feedback per email, twitter und im old-school-zweiaugengespräch! ich hoffe, dass es auch weiterhin rückmeldungen, lob, ganz neu: dank(!) und verbesserungsvorschläge geben wird. danke hierbei auch an marc für seine neue co-autorenschaft.

hiermit möchte ich auch gleich an alle e-voting-interessierte richten, die vielleicht auch gerne einen gastbeitrag schreiben würden. ich denke hierbei natürlich auch an beiträge, die e-voting positiv eingestellt sind (dabei richtige ich mich explizit an smi oder robert ;) )

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zu guter letzt, noch ein comic des Chaos Computer Clubs, das mir sehr gut gefällt, zum aktuellen thema wahlcomputer: Der Wahlschrank

haufenweise neuer content für papierwahl.at

puh, ganz schön anstrengend ist das mit papierwahl.at. mir glühen schon die finger vom vielen tippen ;)

ich hab die rubriken was ist e-voting?, e-voting-blogs, e-voting-initiativen neu erstellt und die about-sektion (ehemals impressum) überarbeitet. über feedback würd ich mich sehr freuen!

marc ist als neuer autor zu papierwahl.at dazugekommen, um mich und peter zu unterstützen.

es ist noch einiges zu tun, wie ein besseres logo und überarbeitung der texte, aber im großen und ganzen bin ich schon sehr zufrieden mit der seite.

hahn wegen e-voting drängen bei big brother award nominiert

bei den kommenden big brother awards ist unser schwarzer minister wegen seines drängens auf internetwahlen mit bürgerkarte bei den kommenden öh-wahlen in der kategorie Behörden und Verwaltung nominiert

Wissenschaftsminister Johannes Hahn [ÖVP]: E-Voting um jeden Preis:

Unermüdlich verfolgt Wissenschaftsminister Johannes Hahn das Projekt, bei den Hochschülerschaftswahlen E-Voting via Internet mittels Bürgerkarte einzuführen. Dass sich die eigentlich Betroffenen – die ÖH-Vorstände – seit Jahren gegen die Einführung von E-Voting aussprechen, ficht Hahn nicht an: Geht es doch darum, das seit Jahren untote Bürgerkartenprojekt wiederzubeleben und einen Präzedenzfall für künftige Nationalratswahlen zu schaffen. Ende September musste Hahn die Notbremse ziehen, da die Ausschreibung des E-Voting-Systems beeinsprucht wurde. Durch den Rückzug der Ausschreibung verhinderte Hahn zumindest, dass das Bundesvergabeamt sich näher mit den Gründen für die Einsprüche beschäftigt. Auch der Datenschutzrat hatte schwere Zweifel angemeldet: E-Voting könne die in der Verfassung verankerten fundamentalen Grundsätze einer freien, geheimen und persönlichen Wahl nicht erfüllen.

Bremsen lässt sich der österreichische Wissenschaftsminister weder vom Widerstand der Bürger noch von der eigenen Ungeschicklichkeit. Das Ministerium sieht seine E-Voting-Pläne auch nach dem Ausschreibungs-Flop weiterhin auf Schiene. Der hauptsächliche Grund für diese Beharrlicheit: Da der Anteil konservativer Stimmen unter den Briefwählern stets signifikant höher ist als unter der Gesamtwählerschaft, erwartet man denselben Trend auch beim E-Voting. Die Partikularinteressen einer Partei werden also über die in der Verfassung verankerten fundamentalen Grundsätze einer freien, geheimen und persönlichen Wahl gestellt.

übrigens ist auch die bundeswahlbehörde wegen der einführung der briefwahl nominiert worden! warum? bei briefwahlen – wie auch bei internetwahlen – ist das freie, geheime und persönliche wahlrecht gefährdet

e-voting probleme in brandenburg und florida

folgende news bei elektronischen wahlen bzw. sicherheitsprobleme bei wahlen:

florida, USA

bei der Wahl eines richter-posten in Palm Beach Count, florida, stand nach einer erneuten auszählung der paperstimmzettel, die mit optischen scannern ausgewertet wurden, plötzlich der gegenkanditat als gewinner fest:

Am 26. August fand dort eine Wahl um die Stelle eines Circuit Judges statt, der Wahlsieger gewann mit der sehr knappen Mehrheit von 17 Stimmen. [..] Bei dem “Recount” eine Woche später stellte sich heraus, dass 3.478 Stimmzettel im Vergleich zur ersten Auszählung fehlten. Zudem erzielte der Gegenkandidat bei der neuen Auszählung eine knappe Mehrheit von 60 Stimmen und war dadurch neuer Sieger der Wahl. [..]

Infolgedessen beantragte der unterlegene Kandidat vor Gericht einen Test [..]. Wahlhelfer fütterten die Maschinen mit Stimmzetteln, die am Wahltag als ungültig abgelehnt worden waren. Normalerweise hätten sie erneut abgelehnt werden müssen. Das war aber nicht der Fall. Die Testläufe erbrachten jedesmal unterschiedliche Ergebnisse [..]. Beim ersten Mal akzeptierten sie drei von 160 Stimmzetteln doch als gültige Stimmabgaben, bei weiteren Versuchen mit 102 zusätzlichen Stimmzetteln, die sie ablehnen hätten sollen, akzeptierten sie zunächst 13 als gültig und beim zweiten Lauf sogar 90.

gleichartige wahlmaschinen sollen im november auch bei den präsidentschaftswahlenin den USA eingesetzt werden. mit erneuten auszählungen ist hier wieder zurechnen, zumal florida als “swing state” gilt, in dem George W. Bush im jahr 2000 bereits mit einem sehr umstrittenen ergebnis gewann.

mehr auf heise.de

brandenburg, deutschland

bei den kommunalwahlen in brandenburg stellten wahlbeobachter fest, dass wähler und wahlvorstände offenbar überfordert waren, es kam zu großen wartezeiten und mögliche sicherheitslücken wurden erkannt.

weiters stellte man fest, dass sich der wahlcomputereinsatz negativ auf die wahlbeteiligung aus wirkte. genaue zahlen sind hier zu finden.

interessant an der wahl war auch, dass sich die wahlbeobachtung des CCC mittels twitter, soup.io und flickr mitverfolgen ließ.

bild via murdelta

die grüne position zu e-voting

auf meine anfrage an christoph chorherr zur position der grünen zu e-voting bekam ich folgende antwort von ihm:

Unsere position zum e-voting war sehr zurückhaltend und ist in letzter Zeit immer skeptischer geworden. Denn immer klarer zeigt sich, dass weder das geheime Wahlrecht dadurch garantiert ist, noch Missbrauch oder Manipulation ausgeschlossen werden kann.

Wozu das Ganze dann?
Welchen Vorteil bringt es?

Wo “online” grosse Vorteile bringen kann, ist das ganze grosse Feld der Bürgermitbestimmung.
Ich nenne nur ein Beispiel aus meinem kommunalen Wirkungsbereich:
Flächenwidmungspläne.
Was darf wie wo gebaut werden.
Diese sind extrem unverständlich formuliert und das “Recht zur Stellungnahme” ist kaum attraktiv via web möglich.
Hier seh ich grosse Möglichkeiten für mehr Transparenz und auch Mitbestimmung.
Bei Wählen lasst uns, was die Form betrifft, konservativ bleiben.

find ich gut!:)

nebenbei bemerkt bekam ich die antwort über facebook, wo die grünen stark vertreten sind. hiermit möchte ich auch zum gelungenen web2.0-wahlkampf gratulieren!

Illustration (via helge) © Cox & Forkum

e-voting-ausschreibung für ÖH wahlen gescheitert

endlich ist die katze aus dem sack! es gibt verzögerungen bei der einführung von internetwahlen für die ÖH-wahl.

auf heise.de heißt es:

Das Wissenschaftsministerium musste die Ausschreibung und die bereits getroffenen Zuschlagsentscheidungen widerrufen, nachdem unterlegene Konkurrenten Rechtsmittel [beim Bundesvergabeamt] eingelegt hatten. [..] Unbestätigten Informationen zufolge soll den unterlegenen Bewerbern sauer aufgestoßen sein, dass sie nicht einmal zu Verhandlungen eingeladen wurden.

e-voting soll in österreich aber durchgeboxt werden, die erneute ausschreibung soll noch vor den öh-wahlen im frühling 2009 abgeschlossen werden. auch ein grund für den einsatz von e-voting in österreich ist die mangelnde verbreitung der bürgerkarten, die für eine teilnahme an einer elektronischen wahl verplichtend wären.

etwas gruseliger wird es hier:

Die Österreichische Hochschülerschaft selbst hat sich einstimmig gegen die Einführung von E-Voting ausgesprochen, Wissenschaftsministerium Johannes Hahn (ÖVP) hält aber ab an seinen Plänen fest. Dafür will er eine neue Hochschülerschaftswahlordnung einrichten. In einigen Jahren könnte die Papierwahl vollständig durch E-Voting ersetzt werden.

hier sind aber auch die neuwahlen abzuwarten, da ein neuer wissenschaftsminister vielleicht anders entscheiden würde.

auch in der futurezone

via murdelta – schön, dass das thema auch noch andere österreichische blogger verfolgen :)

[verbesserte wahlcomputer]