die grüne position zu e-voting

auf meine anfrage an christoph chorherr zur position der grünen zu e-voting bekam ich folgende antwort von ihm:

Unsere position zum e-voting war sehr zurückhaltend und ist in letzter Zeit immer skeptischer geworden. Denn immer klarer zeigt sich, dass weder das geheime Wahlrecht dadurch garantiert ist, noch Missbrauch oder Manipulation ausgeschlossen werden kann.

Wozu das Ganze dann?
Welchen Vorteil bringt es?

Wo “online” grosse Vorteile bringen kann, ist das ganze grosse Feld der Bürgermitbestimmung.
Ich nenne nur ein Beispiel aus meinem kommunalen Wirkungsbereich:
Flächenwidmungspläne.
Was darf wie wo gebaut werden.
Diese sind extrem unverständlich formuliert und das “Recht zur Stellungnahme” ist kaum attraktiv via web möglich.
Hier seh ich grosse Möglichkeiten für mehr Transparenz und auch Mitbestimmung.
Bei Wählen lasst uns, was die Form betrifft, konservativ bleiben.

find ich gut!:)

nebenbei bemerkt bekam ich die antwort über facebook, wo die grünen stark vertreten sind. hiermit möchte ich auch zum gelungenen web2.0-wahlkampf gratulieren!

Illustration (via helge) © Cox & Forkum

e-voting-ausschreibung für ÖH wahlen gescheitert

endlich ist die katze aus dem sack! es gibt verzögerungen bei der einführung von internetwahlen für die ÖH-wahl.

auf heise.de heißt es:

Das Wissenschaftsministerium musste die Ausschreibung und die bereits getroffenen Zuschlagsentscheidungen widerrufen, nachdem unterlegene Konkurrenten Rechtsmittel [beim Bundesvergabeamt] eingelegt hatten. [..] Unbestätigten Informationen zufolge soll den unterlegenen Bewerbern sauer aufgestoßen sein, dass sie nicht einmal zu Verhandlungen eingeladen wurden.

e-voting soll in österreich aber durchgeboxt werden, die erneute ausschreibung soll noch vor den öh-wahlen im frühling 2009 abgeschlossen werden. auch ein grund für den einsatz von e-voting in österreich ist die mangelnde verbreitung der bürgerkarten, die für eine teilnahme an einer elektronischen wahl verplichtend wären.

etwas gruseliger wird es hier:

Die Österreichische Hochschülerschaft selbst hat sich einstimmig gegen die Einführung von E-Voting ausgesprochen, Wissenschaftsministerium Johannes Hahn (ÖVP) hält aber ab an seinen Plänen fest. Dafür will er eine neue Hochschülerschaftswahlordnung einrichten. In einigen Jahren könnte die Papierwahl vollständig durch E-Voting ersetzt werden.

hier sind aber auch die neuwahlen abzuwarten, da ein neuer wissenschaftsminister vielleicht anders entscheiden würde.

auch in der futurezone

via murdelta – schön, dass das thema auch noch andere österreichische blogger verfolgen :)

[verbesserte wahlcomputer]

kritisches zum thema e-voting

einige aktuelle, kritische berichte zum thema e-voting

aufruf gegen eine schleichende einführung von internetwahlen

hier warnen eine reihe namhafter US e-voting experten und wissenschaftler vor “der schleichenden Einführung von Internet-Wahlsystemen in ‘Pilotprojekten'”:

Als “Herausforderungen” nennen die Unterzeichner explizit das Problem der verifizierbaren Korrektheit [..] sowie die Entwicklung hinreichend starker Schutzmechanismen gegen Stimmenmanipulationen durch Insider. Darüber hinaus führen sie die Schwierigkeit an, die Ergebnisse zuverlässig anhand unveränderbarer und vom Wähler bestätigter Belege ebenso wirksam wie mit traditionellen Papierstimmzetteln und unter Wahrung des Wahlgeheimnisses nachprüfen zu können. “Eine solche Überprüfbarkeit herzustellen – papierlos und mit einem geheimen Stimmzettel, der über das Internet übertragen wird – ist ein ungelöstes Problem“.

hier der vollständige heise bericht

yet another e-voting machine hack

wie slashdot berichtet, kam es wieder zu einem hack von wahlmaschinen. dieses mal nicht diebold, sondern wurden sequoia-wahlmaschinen von einer universitären arbeitsgruppe aus den usa gehackt. der hack zeigt auch, wie leicht es nicht ist, durch eine manipulation der software – trotz verwendung von papierbelegen, sogenannten paper audit trails, das stimmergebnis zu verändern. hier die videos, in zwei teilen:

nachtrag zur EVOTE08

hier nun einige artikel zur EVOTE08 konferenz in bregenz, die von 6. bis 9. 8. 2008 statt gefunden hat und an der ich ebenfalls teilgenommen habe.

e-voting readiness index

robert krimmer stellte auf der EVOTE08 den sogenannten “E-Voting Readiness Index” vor (bericht in der futurezone), der auskunft über die infrastruktur von ländern in hinblick auf e-voting gibg. österreich schneidet bei diesem index – wie zu erwarten – relativ gut ab.

im passenden heise artikel durfte ich mich auch mal verewigen (leider nicht namentlich), denn es wurde eine frage von mir festgehalten, und zwar meine kritik an diesem index – die wissenschaftlichkeit.

programmierwettbewerb für internetwahlsysteme

hier ein bericht zum wettbewerb mehrerer internetwahlsysteme, bei dem ich in der jury mitgearbeitet habe. die drei finalisten hatten die gelegenheit sich vor der EVOTE08 konferenz einer kompetition zu stellen und wurden am ende der konferenz ausgezeichnet.

kritiker, kontrollverlust, transparenz

in einem artikel in der c’t Transparenz, Vertrauen und Kontrolle – Die Einwände der E-Voting-Kritiker zeigen Wirkung berichtet richard sietmannvon der EVOTE08, dem aktuellen stand zum thema e-voting europa- (schweiz, GB, niederlande, estland, rumänien) wie auch österreichweit (im bezug auf die ÖH wahlen).

Jordi Barrat, dessen vortrag auf der EVOTE08 echt herausfordernd ;) war, meinte hier:

„Die Papierstimmzettel in den Wahllokalen sind eine recht simple Technik, aber juristisch gesehen eine sehr ausgefeilte Lösung“ [..]. Jeder Bürger kann der Stimmabgabe und Auszählung beiwohnen und so Teil des Auditprozesses werden. „Ich glaube, dass E-Voting-Systeme niemals diese Art der Transparenz erreichen werden“

papierstimmzettel sind nach wie vor ungeschlagen in einfachheit und tranparenz. oft stellt sich somit die frage, wozu man überhaupt ein neues system mit einer reihe von kompromissen einführen soll, wenn sich das alte bewährt.

wem fällt eine gute domain ein?

wem fällt eine gute domain für eine plattform ein, unter der sich e-voting kritiker, e-voting gegner wie auch normale bürger informieren und sammeln können?

es sollte ein österreich bezug sichtlich sein, also denk ich an eine freie domain mit .at mit einem deutschen und nicht englischen wortlaut (mein erster vorschlag war ja evotingsucks.com ;) ). außerdem soll es nicht zu arg abwehrend sein, da wir uns als konstruktiv kritisch verstehen.

vorschläge bitte hier kommentieren oder per mail direkt an mich!

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bisher:

e-voting-nein-danke.at, nie-voting.at, e-voting-kritiker.at, die-qual-der-wahl.at

…davon hat mir und peterpur aber keiner so richtig gefallen

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das logo wird wohl dieses hier sein. für vorschläge zu einem anderen logo bin ich natürlich auch offen!

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nachtrag: hier das logo, das von hans vorgeschlagen wurde

ein hingetrickster hc

durch den c’t artikel [1] wurde ich vielleicht etwas sensibilisiert, aber an dem wahlplakat von hc strache (siehe unten) kam mir schon etwas sehr komisch vor – abgesehen von den inhalten ;) . die hand ist hineinkopiert!

das mit diesem komischen, fast kindlichen armketterl fand ich schon merkwürdig und die hautfarbe der hand scheint auch nicht exakt mit der des gesichtes übereinzustimmen.

der beste beweis ist aber das licht, bzw der schatten: für das gesicht kommt das licht von vorne und rechts, für die hand von vorne und links! außerdem ist die körnung/auflösung des ausschnitts mit der hand nicht so hoch wie die des ausschnitts mit dem gesicht (sieht man auf den ausgedruckten plakaten auf der straße)

also ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich finde retouchierte wahlplakate, vor allem derart schlecht retouchierte wahlplakate echt befremdlich und würde keine partei wählen wollen, die bereits auf den plakaten schummelt.

nachtrag: hier das universale HC-gesicht. anscheinend hat der herr kaum zeit für fototermine, deswegen wird das alte gesicht recycled – wie die haider-politik auch

[1] Andrea Trinkwalder: “Pixelsezierer – Digitale Bildforensik: Algorithmus jagt Fälscher”. c’t 18/08, Seite 152

Large Hadron Rap

offensichtlich ist die welt noch nicht untergegangen, obwohl der Large Hadron Collider am CERN trotz klage heute in betrieb gegangen ist. die klage war – ob die initiatoren wollten oder nicht – ein guter publicity gag, um wieder frisches interesse für aktuelle forschungsfragen in der physik anzuregen.

gefeiert wird das mit dem Large Hadron Rap

einem guten überblick gibt die der_standard-grafik

(zum vergrößern klicken)

nachtrag: und noch was lustiges (via angelol)