neue studie zu e-demokratie von prosser

in einem standard artikel wurde eine neue repräsentativumfrage des wu professors alexander prosser, der e-voting.at gegründet hat (die konkurrenz zum kompetenzzentrum), beschrieben. diese studie bringt, wie andere studien über e-demokratie oder e-partizipation, wieder mal nahe liegende zusammenhänge zum vorschein: der durchschnittliche technophile großstadtbewohner mag e-voting, kennt aber auch die gefahren.

ein nettes zitat kam allerdings im artikel:

E-Voting ist nicht das Techno-Gadget für die Internetgeneration oder die Wunderwaffe gegen die Politikverdrossenheit

find ich auch

mehr zu e-voting

was haben internetwahlen und sex gemeinsam?

die – offen gestanden – äußerst lustige kampagne der jungen övp fordert internetwahlen, auch mal für zwischendurch.

für junge leute von heute, die zwischen saufgelagen auf studentenparties und sexorgien gar nicht mehr aus den bett kommen / wollen. na? wer fühlt sich angesprochen?

e-voting: “skepsis seitens der SPÖ”

in der futurezone erschien heute ein artikel über die gestrige diskussion im rahmen des “forum parlament”, einer diskussionsveranstaltung des parlaments, leider nur für geladene gäste. eine davon war ich und empfand die veranstaltung – wie ich bereits getwittert hab – “eine selbstbeweihräucherungs- / verkaufsveranstaltung zu e-voting”.

im artikel wurde allerdings in dem zusammenhang auf eine aussendung des SPÖ-Nationalratsabgeordneten Johann Maier verwiesen, in der er sagte:

“Es gibt kein Modell weltweit, das die These belegt, dass durch E-Voting die Wahlbeteiligung steigt. [..] Wenn die ÖVP hier Druck zu machen versucht, kann man dieser Form der Stimmabgabe trotzdem keine Zustimmung geben – aus verfassungsrechtlichen Gründen, aus datenschutzrechtlichen Gründen und weil deshalb auch nicht mehr Menschen zur Stimmabgabe bewegt werden können.”

spekulationen um apples nächsten coup laufen ja schon, vielleicht sind es ja wahlmaschinen? ;)


c by axb500

finanzonline sucks

gerade wollte ich, als pflichtbewusster bürger, aus lauter langeweile (und weil ich da keine nachzahlung hab) meine umsatzsteuerklärung für 2007 machen, als ich unsanft von den wogen des e-government abgeworfen wurde:

[Verarbeitung konnte nicht durchgeführt werden, folgende Fehler sind aufgetreten:
Die für die gewählte Aktion erforderlichen Systemkomponenten sind zur Zeit nicht verfügbar. Bitte wiederholen Sie den Vorgang zu einem späteren Zeitpunkt.
]

pffff… na gut, dann halt nicht

wegen des layouts und der schlechten usability fand ich die seite eh nie so toll. die bürgerkartenanbindung hab ich selbst noch nicht mal probiert. …und jetzt auch noch das.

also muss ich wohl meine steuererklärungen in zukunft vielleicht doch wieder am papier machen!? könnte wieder so ein fall sein, wo die umstellung eines bestehenden systems auf ein elektronisches versagt – wie auch beim e-voting ;)

e-voting in ö frühestens in 10 jahren

hör ich gerne.

ein eigentlich gar nicht so kritisches interview mit Reinhard Posch in der futurezone (smi, danke für den hinweis):

Man geht nicht wählen, weil es die Möglichkeit zum E-Voting gibt. Es geht eher um den Serviceaspekt und um den Sicherheitsaspekt – bei allen Hürden, die man dabei zu bedenken hat.

[ ..]

Man muss Systeme einführen, die in diesem Zusammenhang tolerant sind und die Möglichkeit bieten, auf Papier zu wählen.

[..]

Wenn Sie jetzt elektronische Wahlen einführen und einer Gruppe die Teilnahme erleichtern, dann haben Sie auf einmal ein paar hundert oder ein paar tausend Stimmen, die sonst nicht abgegeben worden wären. Die sind aber deswegen, weil Sie einen Affinitätsshift gemacht haben.
Das ist ein durchaus unerwünschter Einfluss. Wir sollten die Teilnahmechancen an der Demokratie, also an der Meinungsbildung, nicht an die Technologie koppeln.

zudem kamen in dem artikel ein paar holprige vergleiche von e-voting mit buchen von reisen übers internet, studenten, die sich übers internet zu lvas anmelden, und einem vergleich der skepsis bei e-voting mit dem damals bei der einführung von dampflokomotiven. naja

bei den ÖH wahlen und den kammerwahlen wird es wohl ab 2009 zu internetwahlen kommen, politische wahlen werden aber wohl frühestens in 10 jahren durch i-voting ergänzt.

interview und followups

helge hat ein interview mit mir zum thema sicherheit von e-voting (mein diss thema) gebloggt, das recht gut auf den punkt bringt, wo die probleme bei internetwahlverfahren und wahlmaschinen liegen.

followups gibts derzeit von kritikus.at und murdelta, über weitere blogbeiträge würde ich mich freuen – bitte kommentieren!

am akutellen stand hat sich bis jetzt kaum etwas geändert, aber ich werde aber natürlich weiter dranbleiben

e-voting subsection auf electrobabe.at

in dieser subsection von electrobabe.at findet man in zukunft eine sammlung von referenzen oder anderem kontent zu e-voting (bis es mal eine eigene website geben wird). alle bisherigen beiträge zum thema sind durch das e-voting tag zu finden

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zur feierlichen eröffnung der subsection gibt es einen beitrag von aviel rubin:

An article about Internet voting

David Dill and Barbara Simons have written an excellent essay about some of the risks of Internet voting and a system that is being deployed for the Democratic primary. While the dangers of electronic voting with paperless DREs have been covered in great detail in this blog and in other places, the risks of voting on home computers over the Internet are significantly greater. It seems only fitting that Dill & Simons published this article on Groundhog Day. If you saw the Bill Murray movie where every day repeats as though for the first time, you’ll appreciate the way Internet voting seems to appear again in every election in a similar fashion. Dill and Simons refer to Internet voting “experiments” as a whack-a-mole.

somit wünsch ich mir selbst einen guten start ;) und haufenweise feedback von bloggern zu dem thema!

auch sehr empfehlenswert: avi rubins buch

vote stealing software in action

eine nette anleitung, wie man e-voting maschinen hackt

“Diebold AccuVote-TS Security Demonstration” von Ariel Feldman, J. Halderman, Ed Felten:

hier auch das research paper

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nebenbei: heute ist ein ein interview für die futureZone mit robert krimmer erschienen, der (netterweise) ungeschminkt und realistischer über e-voting spricht, als ich dachte (e-voting befürworter) ;)

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nachtrag:

hab ein video auf fox news zum selben thema gefunden, das nicht ganz so trocken ist, wie das davor

“FOX News Exposes Diebold Electronic Vote Flipping in Florida”: