e-voting probleme in brandenburg und florida

folgende news bei elektronischen wahlen bzw. sicherheitsprobleme bei wahlen:

florida, USA

bei der Wahl eines richter-posten in Palm Beach Count, florida, stand nach einer erneuten auszählung der paperstimmzettel, die mit optischen scannern ausgewertet wurden, plötzlich der gegenkanditat als gewinner fest:

Am 26. August fand dort eine Wahl um die Stelle eines Circuit Judges statt, der Wahlsieger gewann mit der sehr knappen Mehrheit von 17 Stimmen. [..] Bei dem “Recount” eine Woche später stellte sich heraus, dass 3.478 Stimmzettel im Vergleich zur ersten Auszählung fehlten. Zudem erzielte der Gegenkandidat bei der neuen Auszählung eine knappe Mehrheit von 60 Stimmen und war dadurch neuer Sieger der Wahl. [..]

Infolgedessen beantragte der unterlegene Kandidat vor Gericht einen Test [..]. Wahlhelfer fütterten die Maschinen mit Stimmzetteln, die am Wahltag als ungültig abgelehnt worden waren. Normalerweise hätten sie erneut abgelehnt werden müssen. Das war aber nicht der Fall. Die Testläufe erbrachten jedesmal unterschiedliche Ergebnisse [..]. Beim ersten Mal akzeptierten sie drei von 160 Stimmzetteln doch als gültige Stimmabgaben, bei weiteren Versuchen mit 102 zusätzlichen Stimmzetteln, die sie ablehnen hätten sollen, akzeptierten sie zunächst 13 als gültig und beim zweiten Lauf sogar 90.

gleichartige wahlmaschinen sollen im november auch bei den präsidentschaftswahlenin den USA eingesetzt werden. mit erneuten auszählungen ist hier wieder zurechnen, zumal florida als “swing state” gilt, in dem George W. Bush im jahr 2000 bereits mit einem sehr umstrittenen ergebnis gewann.

mehr auf heise.de

brandenburg, deutschland

bei den kommunalwahlen in brandenburg stellten wahlbeobachter fest, dass wähler und wahlvorstände offenbar überfordert waren, es kam zu großen wartezeiten und mögliche sicherheitslücken wurden erkannt.

weiters stellte man fest, dass sich der wahlcomputereinsatz negativ auf die wahlbeteiligung aus wirkte. genaue zahlen sind hier zu finden.

interessant an der wahl war auch, dass sich die wahlbeobachtung des CCC mittels twitter, soup.io und flickr mitverfolgen ließ.

bild via murdelta

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die grüne position zu e-voting

auf meine anfrage an christoph chorherr zur position der grünen zu e-voting bekam ich folgende antwort von ihm:

Unsere position zum e-voting war sehr zurückhaltend und ist in letzter Zeit immer skeptischer geworden. Denn immer klarer zeigt sich, dass weder das geheime Wahlrecht dadurch garantiert ist, noch Missbrauch oder Manipulation ausgeschlossen werden kann.

Wozu das Ganze dann?
Welchen Vorteil bringt es?

Wo “online” grosse Vorteile bringen kann, ist das ganze grosse Feld der Bürgermitbestimmung.
Ich nenne nur ein Beispiel aus meinem kommunalen Wirkungsbereich:
Flächenwidmungspläne.
Was darf wie wo gebaut werden.
Diese sind extrem unverständlich formuliert und das “Recht zur Stellungnahme” ist kaum attraktiv via web möglich.
Hier seh ich grosse Möglichkeiten für mehr Transparenz und auch Mitbestimmung.
Bei Wählen lasst uns, was die Form betrifft, konservativ bleiben.

find ich gut!:)

nebenbei bemerkt bekam ich die antwort über facebook, wo die grünen stark vertreten sind. hiermit möchte ich auch zum gelungenen web2.0-wahlkampf gratulieren!

Illustration (via helge) © Cox & Forkum

wem fällt eine gute domain ein?

wem fällt eine gute domain für eine plattform ein, unter der sich e-voting kritiker, e-voting gegner wie auch normale bürger informieren und sammeln können?

es sollte ein österreich bezug sichtlich sein, also denk ich an eine freie domain mit .at mit einem deutschen und nicht englischen wortlaut (mein erster vorschlag war ja evotingsucks.com ;) ). außerdem soll es nicht zu arg abwehrend sein, da wir uns als konstruktiv kritisch verstehen.

vorschläge bitte hier kommentieren oder per mail direkt an mich!

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bisher:

e-voting-nein-danke.at, nie-voting.at, e-voting-kritiker.at, die-qual-der-wahl.at

…davon hat mir und peterpur aber keiner so richtig gefallen

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das logo wird wohl dieses hier sein. für vorschläge zu einem anderen logo bin ich natürlich auch offen!

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nachtrag: hier das logo, das von hans vorgeschlagen wurde

freies, geheimes und persönliches wahlrecht bei internetwahlen?

die wahlrechtsgrundsätze sind in der verfassung verankert und besagen, dass jeder österreichische bürger oder jede bürgerin das recht auf eine allgemeine, freie, gleiche, persönliche, unmittelbare und geheime ausübung seines / ihres wahlrechts hat. beim e-voting sind neben der manipulationssicherheit und einer korrekten technischen implementierung auch die grundsätze des freien, geheimen und persönlichen wahlrechts umstritten – kurz gesagt (weiteres ist in meinem buch nachzulesen ;) ).

die stellungnahme des österreichischen datenschutzrates zum thema e-voting stärkt die seite der ÖH, die sich gegen die einführung von internetwahlen zu den kommenden hochschülerschaftswahlen wehren.

[..] Zudem ist auch die technische Frage zu lösen, wie diametral entgegenstehende Forderungen nach einwandfreier Authentifizierung des Wählers auf der einen Seite und des in der Verfassung verankerten freien, geheimen und persönlichen Wahlrechts auf der anderen Seite beim E-Voting erfüllt werden können.

Der Datenschutzrat regt daher an, bis zur grundsätzlichen Klärung auf verfassungsrechtlicher und technischer Ebene, von der Einführung von E-Voting, auch in dem Teilbereich Hochschülerschaftswahl, Abstand zu nehmen.

leider hat der datenschutzrat keinerlei rechtliche befugnis. diese aussage gilt quasi nur als empfehlung, nicht als weisung. hier der heise artikel über die stellungnahme des österreichischen datenschutzrates

auf der e-vote08 konverenz in bregenz habe ich mit einigen internationalen experten gesprochen, die ganz verwundert waren, dass internetwahlen (im gegensatz zu wahlmaschinen) noch immer diskutiert werden, da sie in vielen staaten bereits abgelehnt wurden. ;) das größte problem bei internetwahlen ist immer noch das des stimmenkaufs.

zu diesem thema gleich noch ein zeitungsartikel vom märz – btw. da dachte man noch, dass die nächsten nationalratswahlen 2010 stattfinden würden :)

[zum vergrößern klicken]

competition auf der evote08

derzeit bin ich in bregenz auf der evote08, einer vom kompetenzzentrum organisierten internationalen konferenz zum thema e-voting (wie könnte es auch anders sein) und habe heute meine arbeit an der e-voting competition abgeschlossen. entgegen verfrühten berichten (heises berichterstatter richard sietmann ist auch auf der evote08), steht das ergebnis zwar schon fest, wird aber erst am freitag veröffentlicht. ein ausführlicher bereicht – vorallem meiner analyse – folgt.

sonst ist es ganz nett hier. tolles wetter, internationales publikum, etwas stressig, dafür gratis wlan ;)

morgen fängt die konferenz richtig an. etwa hundert teilnehmer erfreuen sich an 17 beiträgen und drei workshops an 2,5 tagen mit abendprogramm.

auf monitorTv.at wird es dann auch berichte und einen live stream geben.

cc schutzprofil für internetwahlen

auf der seite des deutschen bsi gibt es das neue common criteria-schutzprofil für online-wahlen zum durchlesen als pdf. hier der bericht auf heise.de

ich muss es mir noch durchsehen, prinzipiell begrüße ich aber diese entwicklung. ob eine zertifizierung von internetwahlen mit diesem protection profile wirklich viel bringen würde, sei noch dahingestellt. vor allem der disclaimer, dass es sich nur um einen “Basissatz von Sicherheitsanforderungen” handelt, verunsichert mich da etwas.

leider kommt das protection profile aber etwas zu spät für den programmierwettbewerb, für den ich mir gerade einige internetwahl-systeme angeschaut habe – dazu aber später einmal ;)

politcamp, tag 1

nach der iChat präsentation von peter purgathofer, die eine gute einführung in die probleme des e-votings brachte, hielt ich meinen nicht gerade überrannten beitrag. mehr eine offene, zu peters vortrag nachfolgende diskussion über risiken von e-voting.

hier ein gespräch / interview mit thomas (?) zum thema: “e-voting vermeiden”

bin gespannt, wie es hier am politcamp in graz weiter gehen wird und wie das kunsthaus graz aussieht, wenn man direkt davor steht

nachtrag: von meinem vortrag