hmm? g. orwell lässt grüßen. (auch auf quintessenz.at)
ich bin jedenfalls gespannt, was bei der aktion von überwachungsstaat.at heute am 5. märz beim petitionsausschuss rauskommen wird

Dipl.-Ing. Dr. Barbara Ondrisek
hmm? g. orwell lässt grüßen. (auch auf quintessenz.at)
ich bin jedenfalls gespannt, was bei der aktion von überwachungsstaat.at heute am 5. märz beim petitionsausschuss rauskommen wird

nun ist es offiziell, ich stehe in der expertenjury des i-voting kontestes “e-voting competition 2008” und werde die eingereichten arbeiten in hinblick auf sicherheit auseinander nehmen dürfen. ich freu mich schon drauf (den hämischen unterton kann ich mir dazu nicht verkneifen)!
…und das, obwohl (oder gerade weil?) ich mich ja schon mal skeptisch über den wettbewerb geäußert hab ;)

langsam wird’s ernst: ein programmierwettbewerb, nein, nicht für den bundestrojaner, sondern für ein i-voting (internetwahl-) system wird ausgeschrieben werden.
na? wer hat lust einzureichen?

endlich kommt es auch in österreich zu gegenbewegungen zu e-voting, nachdem eigentlich nur befürworter (insbesondere von der WU wien (robert krimmer, alexander prosser) oder vom bundesministerium für auswärtige angelegenheiten (thomas buchsbaum)) ihre meinung kund getan haben.
die ÖH wehrt sich nun endlich “als e-voting versuchskaninchen” herzuhalten.
verfassungsgerichtshofs-präsident karl korinek sagt ganz klar nein zu e-voting.
datenschutz-experte hans zeger äußerte bereits vor einem halben jahr kritik und sieht einen widerspruch in e-voting, da gleichzeitig geheimhaltung und kontrolle gewährleistet werden soll.
der zweitbetreuer meiner diss peter purgathofer tut seine meinung als gegner ebenfalls öffentlich kund.
der liberale abgeordnete alexander zach meldet (rechtliche) bedenken:
Das freie, gleiche und geheime Wahlrecht ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie
allerdings wird vor allem aus richtung der övp (innenminister platter allen voran) in richtung e-voting gedrängt, das bei den eu-wahlen 2009 zum einsatz kommen soll. wissenschaftsminister hahn fordert zudem e-voting bei den nächsten öh-wahlen 2009 einzusetzen.
alibi-argumente, wie erhöhung der wahlbeteiligung, senkung der kosten etc., sind bereits durch ergebnisse mehrerer pilotversuche in england oder in den niederlanden entkräftet worden.
zudem ist es angenehm zu wissen, dass sich das (konservative?) österreichische volk mit absoluter mehrheit gegen e-voting stellt.
in vielen europäischen ländern (frankreich, england, deutschland..), vor allem aber in den usa, gibt es eine reihe von organisationen, die sich gegen e-voting engagieren, wie etwa verified voting, electronic frontier foundation, black box voting oder die the computer ate my vote kampagne.
es bleibt zu hoffen, dass es in österreich nur eine frage der zeit ist, bis sich die leute zusammen tun und organisierter gegen den geplanten einsatz von elektronischen wahlen vorgehen.

letztens wieder drüber gestoplert, noch immer lustig

[von dilbert.com]
As long as I count the votes, what are you going to do about it?
William Marcy “Boss” Tweed, 1871
aktuelles zu e-voting in der letzten c’t, ein bericht über das seminar in dagstuhl, bei dem auch koryphäen wie david chaum und Ronald L. Rivest ihre meinungen zu e-voting kund getan haben.
hier der bericht “wähler-selbstkontrolle”

eine interessante doku von William Gazecki (2004) zum thema e-voting, ein ausschnitt davon auf youtube:
ich hoffe nicht, und ich bin nicht allein (globale gegenbewegungen kommen z.b. von ed felton, david dill und Bruce Schneier oder bestimmten organisationen wie blackboxvoting.org)
der einsatz von e-voting ist ein umstrittenes thema, lessons learned werden hoffentlich aus dem einsatz in den usa und anderen staaten gezogen.
die vielen, vielen aspekte bezüglich der sicherheit, die e-voting mit sich bringt, sind dann in meiner diss zu finden (fertigstellung 2008?). eigentlich wollte ich auch mal ein exzerpt bloggen, aber dafür ist es vielleicht noch zu früh (vollständigkeit)… eher erst nach der ersten publikation ;). also daumen drücken.

